VIER PFOTEN: 61 Hunde auf dem Weg zum Schlachthaus noch rechtzeitig gerettet

24.02.2021 | von VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz


VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz

Zürich – Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat 61 Hunde in ihre Obhut genommen. Diese wurden am 21. Februar von lokalen Behörden in Siem Reap, Kambodscha, konfisziert. Die jungen Hunde – viele von ihnen noch Welpen – waren auf dem Weg in ein Schlachthaus in Kampong Cham, als Polizisten sie eingepfercht in sechs kleinen Käfigen in einem Kleinbus entdeckten. Der Fahrer des Busses wurde an Ort und Stelle verhaftet. Obwohl in Siem Reap der Handel mit Hundefleisch bereits seit Juli 2020 verboten ist, war es in Kambodscha die erste von der Regierung durchgeführte Beschlagnahmung von Hunden, die für die Schlachtung bestimmt waren.

VIER PFOTEN unterstützt Behörden bei erstmaliger Konfiszierung von Hunden

Nach der Konfiszierung wurden alle Hunde aus den engen Käfigen befreit und vorübergehend in ein kleines, provisorisches Gehege entlassen. Gemeinsam mit den lokalen Organisationen «Paw Patrol Cambodia» und «Animal Rescue Cambodia» kümmert sich VIER PFOTEN um die Beschaffung von Futter und Medikamenten für die hungrigen Hunde. Ein Tierärzte-Team und die lokalen Behörden sind derzeit vor Ort, um die Hunde zu impfen und ihre Verletzungen zu versorgen. Bei den beschlagnahmten Hunden handelt es sich sowohl um gestohlene Haustiere als auch um Streuner. «Viele der Hunde sind noch Welpen. Sie leiden unter Hitzeerschöpfung und sind stark dehydriert. Es ist unklar, wie lange die Hunde in dem Kleinbus ausharren mussten. Sie waren extrem hungrig, was darauf schliessen lässt, dass sie mehrere Tage nichts zu essen hatten. Wir bereiten derzeit ein Aussengehege vor, wo die Hunde sicher untergebracht und versorgt werden, bis wir ein neues Zuhause für sie gefunden haben. Dieses erstmalig harte Durchgreifen der Behörden sendet eine klare Botschaft an Hundefleischhändler in Kambodscha. Der Handel wird nicht mehr toleriert», sagt Dr. Katherine Polak, Tierärztin und Leiterin der VIER PFOTEN Streunerhilfe in Südostasien.

Touristen-Liebling Siem Reap als Dreh- und Angelpunkt für Hundefleischhandel

Siem Reap hat im Juli 2020 als erste Provinz Kambodschas das Schlachten und Handeln von Hunden für ihr Fleisch verboten, dennoch gilt sie laut VIER PFOTEN nach wie vor als Hotspot für den landesweiten Hundefleischhandel. Recherchen zeigen, dass Kleinbusse jeden Monat geschätzt 3'750 lebende Hunde, eingepfercht in kleinen Käfigen, von Siem Reap zu den grossen Schlachthäusern in Kampong Cham, Kampong Thom und Skun bringen. Dort werden sie ertränkt, erstochen oder erhängt, enthaart und von Grosshändlern an die über hundert dokumentierten Hundefleisch-Restaurants in der Hauptstadt Phnom Penh verkauft. Jährlich werden in Kambodscha geschätzt drei Millionen Hunde für ihr Fleisch getötet. Das erstmalige Einschreiten der offiziellen Behörden wird als positives Signal gewertet. Seit 2018 arbeitet VIER PFOTEN eng mit der kambodschanischen Regierung zusammen, um den brutalen Handel mit Hundefleisch zu beenden. Der Handel ist nicht nur grausame Tierquälerei, sondern stellt auch aufgrund von Tollwut-Ausbrüchen und Verbreitung zoonotischer Krankheiten ein Risiko für die öffentliche Gesundheit dar.

Über eine Million Menschen weltweit gegen den Hunde- und Katzenfleischhandel

Um den Hunde- und Katzenfleischhandel in Südostasien nachhaltig zu beenden, hat VIER PFOTEN eine Kampagne auf internationaler und nationaler Ebene in Kambodscha, Vietnam und Indonesien gestartet. Über eine Million Menschen weltweit haben bereits die Petition für das Ende des grausamen Handels unterschrieben. «Durch Aufklärungsarbeit und Kooperationen mit den verantwortlichen Behörden und Tourismusverbänden sollen die Regierungen dazu gebracht werden, strenge Tierschutzgesetze einzuführen, die den brutalen Handel verbieten. Das wird nicht nur Tiere, sondern auch Menschen schützen. Die aktuelle COVID-19 Pandemie hat gezeigt, welche Risiken der Handel mit lebendigen Tieren birgt. Unhygienische Haltungsbedingungen, brutale Praktiken, Vermischung kranker Tiere: Das alles ist auch im Hunde- und Katzenfleischhandel zu beobachten. Es ist ein ideales Umfeld für die Entstehung neuer Viren», erklärt Dr. Karanvir Kukreja, Tierarzt und Leiter der VIER PFOTEN Kampagne in Südostasien.

Darüber hinaus unterstützt VIER PFOTEN lokale Tierschutzorganisationen und Gemeinden mit humanen und nachhaltigen Programmen zum Management der Hunde- und Katzenpopulation. VIER PFOTEN ist auch Teil der Tierschutzkoalitionen DMFI (Dog Meat Free Indonesia) und ACPA (Asia Canine Protection Alliance), die gegen den Handel in Südostasien lobbyieren.

Fotos / Videos

Zur aktuellen Presseaussendung finden Sie hier eine Foto-Auswahl: https://four- paws.canto.global/b/RUMTA(© VIER PFOTEN | Kim Chhay)

Filmmaterial (rough cut) ist hier herunterladbar: https://ftp.vier-pfoten.org/? u=EAl4CpWw&p=FJp2HYfR(© VIER PFOTEN)

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Medienkontakt: Chantal Häberling, Kommunikation Schweiz, VIER PFOTEN Schweiz, Enzianweg 4, 8048 Zürich, Tel. +41 43 311 80 90, chantal.haeberling@vier-pfoten.org, www.vier-pfoten.ch


Über VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz:
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Dieses Jahr feiert VIER PFOTEN 20-jähriges Jubiläum in der Schweiz. Im Fokus der 1988 von Heli Dungler in Wien gegründeten Organisation stehen Streunerhunde und -katzen sowie Nutz-, Heim- und Wildtiere aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen.

Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

Quellen:
  HELP.ch

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